CSR-Berichtspflicht: seit 09.03.2017 wirksam.

Demnach sind große kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaften, Kreditinstitute und Versicherungsunternehmen betroffen, die eine Bilanzsumme von 20 Mio. € oder Umsatzerlöse von 40 Mio. € und zugleich die Zahl von 500 Arbeitnehmern überschreiten. Details



CSR-Berichtspflicht - Status Quo

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Gesetz zur Stärkung der nichtfinanziellen Berichterstattung der Unternehmen in ihren Lage- und Konzernlageberichten (wirksam ab 1.1.2017)

Die CSR-Berichtspflicht wurde am 11. April 2017 veröffentlicht und gilt für betroffene Unternehmen ab dem 1. Januar 2017. Regeln zur CSR-Berichtspflicht gelten in der gesamten EU, die im Oktober 2014 eine Richtlinie zur sogenannten CSR-Berichtspflicht verabschiedet hatte. Die Länder der EU müssen diese auf nationaler Ebene individuell seit Jahresbeginn umsetzen. Die Europäische Kommission hat dazu unverbindliche Leitlinien für die Berichterstattung über nichtfinanzielle Informationen erarbeitet. Sie wurden formuliert, um Unternehmen dabei zu unterstützen, relevante, zweckdienliche und präzise nichtfinanzielle Erklärungen abzugeben, die der EU-Richtlinie entsprechen, ohne dabei bestehende Berichtsrahmenwerke zu ersetzen (Europäische Kommission (2017): C 215/4).1


Die wichtigsten Fakten zum Gesetz:

Ab dem Geschäftsjahr 2017 gilt die CSR-Berichtspflicht für kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaften, ihnen gleichgestellte haftungsbeschränkte Personenhandelsgesellschaften und Genossenschaften sowie Kreditinstitute (§340a HGB) und Versicherungsunternehmen (§341a HGB), die eine Bilanzsumme von 20 Mio. Euro oder Umsatzerlöse von 40 Mio. Euro und zugleich die Zahl von 500 Arbeitnehmern überschreiten. (Ein Unternehmen ist laut HGB §264d kapitalmarktorientiert, wenn es "einen organisierten Markt im Sinn des § 2 Abs. 5 des Wertpapierhandelsgesetzes durch von diesem ausgegebene Wertpapiere im Sinn des § 2 Absatz 1 des Wertpapierhandelsgesetzes in Anspruch nimmt oder die Zulassung solcher Wertpapiere zum Handel an einem organisierten Markt beantragt hat".)

Die CSR-Pflicht fordert von den betroffenen Unternehmen, standardisiert und messbar darüber zu informieren, wie sich ihr Geschäftsgebaren auf Gesellschaft und Umwelt auswirkt. Berichtsinhalte sollen u.a. wesentliche Angaben zu Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelangen, zur Achtung der Menschenrechte und zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung sein. Im Fokus der Betrachtung sollen dabei das Kerngeschäft des Unternehmens mit seinen Produkten und Dienstleistungen stehen sowie damit verbundene relevante (mögliche negative) Auswirkungen und deren Handhabung/ Management. Zudem muss innerhalb der Erklärung zur Unternehmensführung zukünftig Stellung zu den Diversitätskonzepten bei der Besetzung der Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane des Unternehmens bezogen werden.Unternehmen können die nichtfinanziellen Informationen integriert im Geschäftsbericht berichten, parallel zum Geschäftsbericht oder zeitlich nachgeordnet. Im Fall der separaten Berichterstattung ist sie zehn Jahre auf der Internetseite des Unternehmens verfügbar zu machen.

  • Prüfpflicht: Es gibt keine Pflicht für Unternehmen, die CSR-Berichte extern prüfen zu lassen. Unternehmen, die freiwillig externe Prüfer beauftragen, sind aber verpflichtet, deren Prüfergebnis analog dem Bericht selbst zu veröffentlichen.
  • Veröffentlichungsfrist: Der nichtfinanzielle Bericht muss, wie der Konzernlagebericht, bis vier Monate nach dem Bilanzstichtag veröffentlicht werden.
  • Konzerntöchter: Erleichterungen gibt es für Unternehmenstöchter. Tochterunternehmen, deren Konzernmutter in der EU sitzt, müssen keinen gesonderten CSR-Bericht erstellen. Diese Ausnahme gilt ebenfalls für Tochterfirmen von Unternehmen, die außerhalb der EU ansässig sind – allerdings nur, wenn die Konzernmutter einen CSR-Bericht vorlegt, der den EU-Vorschriften entspricht.
  • Berichtsstandards: Nach welchem Standard die Unternehmen berichten, ist ihnen überlassen. Es können nationale, europäische oder internationale Rahmenwerke genutzt werden. Unternehmen müssen begründen, wenn sie keinen der bestehenden Standards nutzen. [Geeignete Berichtsrahmenwerke für deutsche Unternehmen sind aus Sicht von CQC beispielsweise der Deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK) oder die GRI Standards der Global Reporting Initiative.]
  • Buß- und Strafgelder: Verstöße gegen die Auflagen können mit hohen Straf- bzw. Bußgeldern geahndet werden.

(Quellen: Pressemitteilungen vom Projektbüro des Deutschen Nachhaltigkeitskodex und des Rates für Nachhaltige Entwicklung; Gesetz zur Stärkung der nichtfinanziellen Berichterstattung der Unternehmen in ihren Lage- und Konzernlageberichten (CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz)* Vom 11. April 2017 im Bundesgesetzblatt Jahrgang 2017 Teil I Nr. 20, ausgegeben zu Bonn am 18. April 2017. Stand: 15.05.2017)


Unsere Prognose & Handlungsempfehlung:

  • Großunternehmen - egal welche Rechtsform - werden langfristig Unternehmensverantwortung für die gesamte Wertschöpfungskette übernehmen müssen. Somit werden auch indirekt kleinere Unternehmen betroffen sein, da sie oft Teil dieser Kette sind, z.B. als Lieferanten.
  • Das Interesse an CSR-Themen wird bei Kunden, Mitarbeitern, Geschäftspartnern, Investoren, NGOs, Medien, Politik und z.B. in der Bevölkerung weiter steigen (auch gegenüber Körperschaften des öffentlichen Rechts).
  • Kommunizieren Sie daher transparent und zielgruppenfreundlich von Anfang an Ihre Tätigkeiten.
  • Voraussetzung ist, dass Sie das Thema Unternehmensverantwortung in den wesentlichen Bereichen Ihres Kerngeschäftes angehen.
  • Nur so schaffen Sie es, sich zukunftsorientiert, glaubwürdig zu positionieren.

SEIEN SIE ZUKUNFTSPIONIER. ÜBERNEHMEN SIE VERANTWORTUNG & DENKEN SIE MIT UNS EINEN SCHRITT VORAUS…! WIR FREUEN UNS AUF SIE.

1Hier finden Sie Häufig gestellte Fragen und Antworten zu den Leitlinien der Europäischen Kommission.


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